Berichte und Fotoserien von unseren Clubaktivitäten 2008

Der 4x4 Augsburg feiert Ostern in Tunesien

CLUBAUSFLUG 2008 NACH TUNESIEN

– 12 Fahrzeuge – 24 Erwachsene – 2 Kinder

Entstehung der Idee: An einem kalten Novembertag 2007,

Umsetzung in die Realität: In den Osterferien

Endlich ist es so weit, wir treffen uns alle in Genua am Hafen. Geländefahrzeuge

sämtlicher Fabrikate teilweise sehr abenteuerlich ausgestattet stehen hier in Reih und Glied und warten auf die Carthage. Natürlich bleibt ein Wiedersehen mit alten Bekannten nicht aus, denn zeitgleich mit unserem Urlaub findet die Vortour der „Erg Oriental“ und die Lybien Rallye Raid statt.

Nach einer entspannten Überfahrt und einer „Nachttour“ durch Tunis, übernachten wir am Sandstrand von Bou Ficha. Hier bekommen wir einen ersten Kontakt mit der örtlichen Polizei. Dies ist auch der Beginn von sich ständig wiederholenden Fragen:

Woher, wohin, wieviel Autos, wieviel Personen.

Bei strahlendem Sonnenaufgang am Meer, angenehmen Temperaturen und einem ersten Strandfrühstück setzten wir unseren Weg in Richtung Süden fort. Allerdings war der „Pannengott“ anderer Meinung und bescherte uns gleich nach Beginn der Weiterfahrt die erste Panne bei einem Toyota. Gott sei Dank in der Nähe eines Cafés. Nach etlichen Thé a la menthe und Espressi ging es mit dank einfacher Technik und fachkundigen Mitfahrern reparierter Zylinderkopfdichtung weiter. Nach einer wunderschönen Fahrt durch die Pinienwälder zwischen Sbikha und Haffus, haben wir irgendwo bei Dunkelheit einen Platz zum Übernachten gefunden. Allerdings gab es in der Nähe auch etliche Höfe! Kaum hatten wir unsere Wagenburg aufgestellt, bekamen wir auch schon Besuch. Dass sich hier Europäer in großen Autos niedergelassen haben, so was hatten die Leute dort noch nie gesehen und die Sensation hat sich wie ein Lauffeuer verbreitet. Anfangs kamen die Dorfältesten, dann der Bürgermeister (der dann auch die Garda Nationale informierte) und last but not least die Dorfjugend und ein Kleinbus mit Tunesier um uns zu Besichtigen. Alle waren sehr freundlich und hießen uns auch willkommen. Die Jugend konnte sich gar nicht mehr von uns loseisen. Daraufhin bekamen wir für die Nacht Polizeischutz! 

Nach dieser gut bewachten Nacht führte uns unser Weg über El Hamma nach Douz.

Zunächst allerdings bis vor dem Abzweig nach El Hamma auf langweiligen Asphaltpisten, die wir uns mit vielen LKW's, die alle in Richtung Lybien unterwegs waren, teilten. Am Straßenrand fielen uns die vielen „Garküchen“ auf, in denen der Hammel als Fell über einem Holzgestell hing, das Fleisch munter vor sich hinbrutzelte und der lebende Nachschub noch die letzten paar Grashalme um die Küche rum abknabberte. Gewöhnungsbedürftig!!! In Douz übernachteten wir im Hotel Touareg. Dort erwartete uns auch schon wieder die Garde Nationale, bei der wir uns ständig an- und abmelden mussten, was uns eine gewisse Sicherheit gab, dass die Tunesier sehr um  ihre Touristen bemüht sind.  

Endlich in der Wüste. Nachdem wir heute Morgen die Koordinaten für das Tagesziel von Nicki erhalten hatten, ging's los mit dem Sandabenteuer. Freie Fahrt für alle, auch für diejenigen, die keine Sanderfahrung hatten! Viel Luft ablassen und dann durch. Schon nach den ersten paar Dünen die zweite Panne. Der Mercedes hatte ein Problem mit der Spurstange. Für die beiden ging es wieder zurück nach Douz in die Werkstatt. Alle anderen „surften“ weiter über die Dünen bis wieder der Pannenteufel zuschlug. Diesmal mit einem Stoßdämpferproblem beim Land Rover. Aber ist ja kein Problem, wir haben ja viele „Schrauber“ dabei. Gewerkelt wurde von oben und von unten. Auch hier ging es dann bald weiter. Der Treffpunkt war das Wüstencafe.

Nach dem obligatorischen Thé a la menthe fuhren wir auf der Piste wieder zurück nach Douz und übernachteten im Hotel.

Nach einem Besuch auf dem Wochenmarkt von Douz  ging es heute  mit Hilfe von GPS-Daten über Bir Sultane nach Ksar Ghilane durch die Dünen. Eigentlich wollten wir die Dünen bis zur Oase Ksar Ghilane bezwingen, was jedoch ein immer heftig werdender Sandsturm unmöglich machte. Dünenfahren, wenn man nichts mehr sieht, weil alles gleich aussieht und man die Dünen nicht mehr erkennen kann, ist alles andere als lustig. Also sind wir vorzeitig „abgebogen“ d.h. aus den Dünen raus und auf der Piste in die Oase gefahren. Die Letzten sind gegen 21.00 Uhr auf dem Campingplatz angekommen!

Heute standen nur „Sandspiele“ um Ksar Ghilane an. Die ersten GPS-Daten führten uns zum Fort vor Ksar Ghilane. Danach neue Koordinaten. Dünen rauf, runter, linksrum, rechtsrum, festfahren auf der Kuppe, weil man zuwenig Gas gegeben hat, mit dem Bergegurt Dünen zu Fuß erklimmen, damit man sich gegenseitig rausziehen kann, einen abgezogenen Reifen mit Hilfe von Gas und Feuerzeug wieder auf die Felge bringen, verbogene Stoßstangen einigermaßen geradebiegen, damit das Auto weiterfahren kann und last but not least ein Differenzial mit Zahnausfall beim neuen Toyota HZJ 80. Die Stoßdämpferprobleme beim Range Rover häuften sich und konnten nur mit den Dämpfern aus einem mitfahrenden Land Rover Discovery mit Doppeldämpfern gelöst werden. So sah unser heutiger Tag aus. Aber es geht nichts über das Erlebnis „Dünenfahren“.

Ein Ruhetag auf  dem Campingplatz. Der heutige Tag stand ganz unter dem Motto relaxen, relaxen und noch mal relaxen.

Ostersonntag in der Wüste sogar mit Ostereier zum Frühstück. Heute soll es zum Tafelberg Tembaine gehen, teils Piste, teils Dünen. Kurz vor unserem heutigen Ziel ist dem Chevrolet Blazer ein großes Malheur passiert. Nachdem wir die Dünen hinter uns hatten und quasi auf der „Zielgeraden“ zum Tafelberg waren, hörten wir plötzlich ein sehr unangenehmes Krachen und der Chevy rollte nur noch aus. Supergau, Getriebeschaden am größten Fahrzeug!! Nach einer kurzen Besprechung entschlossen wir uns, Tembaine Tembaine sein zu lassen und die Rückfahrt noch heute anzutreten, denn wir mussten ja jetzt den 3,5 Tonnen Chevy mit Wohnkoffer rausschleppen. Und das über die Dünen!! Wie das in der Praxis aussah, haben wir schon bald gemerkt! Vorne mussten bis zu drei Fahrzeuge hintereinander ziehen, hinten hat der Rest der Mannschaft geschoben und unsere Sandblech-Ameisen (diejenigen, die die Sandbleche immer wieder vor die Reifen gelegt haben) haben fleißig die Sandbleche bewegt. Natürlich war eine Übernachtung in den Dünen vorgegeben, denn auf die oben genannte Art und Weise kommt man nicht allzu schnell vorwärts. Aufgrund eines weiteren Sandsturmes in der Nacht schliefen wir alle sehr unruhig in den Dachzelten. Aber am nächsten morgen wurden wir mit einem schönen Sonnenaufgang in der Wüste belohnt.

Frisch und munter setzten wir die Aktion Chevy am nächsten Morgen fort und schon nach kurzer Zeit hatten wir die Dünen hinter uns. Für viel Geld hätte uns auch die tunesische „Pannenhilfe“ rausgezogen, aber wir wollten diesen Spaß selber haben! Also zurück nach Douz.

Den nächsten Tag verbringen wir wieder in Douz. Ein Teil der Gruppe machte einen Ausflug nach Matmata zu den Höhlendörfern, der andere Teil fuhr noch mal in die Dünen.

Langsam mussten wir nun an die Heimreise denken und machten uns auf den Weg von Douz über das Chott El Jerid nach Gafsa gen Norden. Der Weg über den Salzsee ist eine Touristenstrasse mit vielen Verkaufsständen und „Cafés“ am Straßenrand. Direkt neben den römischen Ausgrabungen in Sbeitla haben wir auf dem Hotelparkplatz übernachtet.

Von Sbeitla ging es weiter über Makthar nach Hammamet. Ein paar von uns wollten abseits der normalen Hauptstraße fahren und sind über die Berge gefahren. Wir hatten wunderschöne Off-Road-Passagen und genossen eine überwältigende, sattgrüne Landschaft. Hammamet ist eine Touristenhochburg.

Leider naht nun das Ende unseres Urlaubs. Wir fahren nach La Goulette = Hafen von Tunis.

Fazit: Ein wunderschöner Urlaub mit vielen Leuten, die sich alle super verstanden haben.