Berichte und Fotoserien von unseren Clubaktivitäten 2014

Karpatentrip 2014

 

Dieses Jahr machten wir uns erst im Spätsommer auf, die Karpaten zu erkunden, da nach allgemeiner Erfahrung der Einheimischen das Wetter dann beständiger ist als im Mai. Auch konnten durch diesen späten Termin acht Fahrzeuge teilnehmen.

Eine weitere Besonderheit war, das wir dieses mal auf ein Basislager zurückgreifen wollten und deshalb bei Xperience Romania buchten. Dort kann man in genehmigtem Gebiet und mit Koordinaten Routen befahren. So ein „Sorglospaket“ halt.

 

Aber es kam dann doch etwas anders.

Die einfache Strecke für die Anfahrt war ca. 1400km.

Die ersten 4 Autos reisten mit Anhänger auf 2 Tage an, mit Übernachtung in Ungarn kurz vor der Grenze. Die meiste Zeit bei strömendem Regen. Erst am nächsten Tag klarte der Himmel etwas auf, dafür war dichter Verkehr, sodass wir erst am späten Nachmittag mit Klaus und Andre` zusammentrafen. Jetzt waren es noch 1 Stunde bis zu unserer Unterkunft. Bei Jon hatten wir eine ganze Etage mit 4 Schlafzimmer und Bad zu unserer Verfügung.

 

Bei Schnaps und Kennenlerngesprächen kam nun langsam Ruhe in den Tag. Nach einem sehr reichhaltigen Frühstück von Jon wurden wir von Klaus mit Notebook und Navi vertraut gemacht. Wir haben auch erfahren das diese Region die ganze letzte Woche von starken Regenfällen heimgesucht wurde, was völlig untypisch ist um diese Jahreszeit. Klasse – das sind ja gute Neuigkeiten. Wenigstens ist es heute trocken und die Sonne zeigt sich schon mal.

 

Jetzt aber los, wir wollen doch Offroad fahren und schon mal die Gegend erkunden bis die ganze Truppe in 2 Tagen vollständig ist. Wie befürchtet waren alle unbefestigten Wege noch sehr nass und aufgeweicht, was eigentlich kein Problem ist solange man nur auf den „Straßen“ bleibt. Die Rückewege die wir eigentlich angehen wollten waren schon bei kleinsten Steigungen für Andi und Uli ohne Achssperren eine große Herausforderung. Gegen Nachmittag haben wir dann doch schon einige Höhenmeter erreicht und die Sonne zeigte sich ausdauernd.

 

Langsam machten wir uns auf den Rückweg, natürlich eine andere Route als bisher. Mit dem Navi sollte das kein Problem sein. Das ganze Equipment war in Manuels Jeep eingebaut, weil er ohne Beifahrer am Armaturenbrett Platz hatte. Allerdings hatte keiner von uns bisher solche Technik bedient und ständig gab er über Funk bekannt:

Navi fällt aus!

Nun, dann halt wieder wie immer – der Nase nach.

 

Auf der Suche nach Wegen  ins Tal haben wir dann mehrere Versuche gewagt, bis . . .

 

 

Und dann ist es schon passiert, am ersten Tag.

Trotz vorheriger Begehung und kaum Fahrt, kam ich bei dieser Abfahrt ins Rutschen und verkeilte meinen treuen G unter dem Wurzelstock.

Das Geräusch von berstendem Blech vergesse ich nie mehr. Ich war restlos bedient.

Mit der Winde wurde ich von Manuel rückwärts geborgen.

Wieder auf sicherem Boden fuhren wir dann viele Kilometer ins Tal zurück.

Im Lager habe ich dann meinen Dachschaden mit Klebeband abgedichtet, da am Himmel wieder Regenwolken aufgezogen waren.

 

Am nächsten Morgen lachte die Sonne, der Boden war noch nass von der Nacht.

Jon hat wieder ein derart reichhaltiges Frühstück aufgetischt, das es für uns fast schon peinlich war so wenig davon in Anspruch zu nehmen. Er hat es gut gemeint, aber wir waren alle recht anspruchslos.

Wir machten uns auf den Weg um interessante Einstiege zu finden für die nächsten Tage.

Da die Rückewege im Wald komplett durchgeweicht und somit unbefahrbar waren, suchten wir Passagen von Gebirgsbachläufen die ja genauso zum Holzziehen benutzt werden aber mit Fels doch wesentlich griffiger sind. Meistens sind diese sogar parallel mit Fahrwegen, kann man auch in der Karte erkennen. Wir fahren einige kurze Wege ein, um dann immer sehr schnell festzustellen das kein Weiterkommen möglich ist.

Dennoch geben wir nicht auf und finden einen sehr vielversprechenden Weg. An dessen Ende wird gerade Holz geladen. Die Waldarbeiter geben uns zu verstehen dass hier die Straße endet.

Das ist genau das, was wir suchen.

Laut Karte sollte dieser Bach in ca. 3-4 Km auf einen Fahrweg stoßen.

Andi und Uli lassen hier Ihre Autos stehen und steigen zu uns um.

Die felsigen Passagen sind nicht ohne und nur im Kriechgang mit allen Sperren zu fahren.

Manuel fährt voraus.

Ganz gemächlich hoppeln Uli und ich hinterdrein als plötzlich ein gewaltiger „Rumms

meinen G erschüttert. Ich stoppe und frage Uli was das war. Er zuckt mit den Schultern.

Also steige ich aus um mal ums Auto rumzulaufen. Mein Blick ist auf Reifenhöhe da macht mich Uli auf die hintere Seitenscheibe aufmerksam. Die ist geborsten und hält nur noch durch die Tönungsfolie zusammen. Bei genauerem Hinsehen erkenne ich einen Einschlag mitten in der C-Säule wodurch die Scheibe geplatzt ist. Irgendetwas muss wohl hochkatapultiert worden sein beim Überfahren, dass ich nicht erkannt hatte.  Diese Tour steht für mich unter keinem guten Stern.

Der Wasserlauf scheint ewig weiterzugehen und wird steiler bis Manuels Jeep in Sicht kommt. Er wartet schon. Vor dem Jeep wird die Erosionsrinne immer tiefer und steiler.

Laut Karte und Sicht können es nur noch ein paar hundert Meter bis zum Ausstieg sein.

Er versucht es und fährt weiter, obwohl ich weiß mit meinem schweren G keine Chance zu haben, zumal hier keine Bäume zum Anhängen mehr sind, nur noch Buschwerk. Nach einer Kurve und 200 Meter ist endgültig Schluss.

 

Die Auswaschungen sind zu breit und zu tief sodass der Jeep komplett eingebrochen ist und noch kein Ende abzusehen ist. Selbst wenn Manuel möglicherweise gerade noch so durchkommt. Mir reicht‘s. Mein Bedarf an Kaltverformung ist gedeckt.

Somit müssen wir den gesamten Bachlauf wieder zurück.

 

 

Weitere drei Fahrzeuge mit Marius -  Chris; Christian - Moritz ; Dieter – Michael  sind im Lager angekommen.

 

 

Am Samstagabend gibt es einen Grillabend zur Begrüßung für alle von Jon, Klaus und Andre organisiert mit viel Schnaps und Bayerischem Bier.

Die Sonne geht gerade so auf, als vor dem Haus Dieselgeräusche absterben. Rainer und Robin sind angekommen. Jetzt sind wir komplett.

Nachdem sich alle am Frühstück gestärkt hatten brachen wir geschlossen zu einer ersten Übungsetappe auf. Diese entdeckte ich am Vortag ganz in der Nähe. Nachdem wir ein paar Einsteiger in der Gruppe hatten, habe ich mir diesen kleinen Nervenkitzel vorbehalten.

Es war eine 200 m lange beeindruckende Auffahrt, die Fahrfehler nicht verzeiht, aber harmlos und in dieser Art häufiger auf unseren Touren zu erwarten war. 

 

 

Diese Passage war deshalb so super geeignet weil jeder mit ein paar Schritten sich einen Überblick über die Aktionen machen konnte.

Wir verbrachten an dieser Stelle viel Zeit mit Diskussionen um Fahr- und  Bergungsmöglichkeiten sowie Tipps und Ratschlägen von alten Hasen.

Die Sonne heizte auch endlich mal richtig ein.

 

Tags darauf ging es dann auf längere Trips

 

 

 

 

da musste man auch bergab schon mal nachhelfen.

 

 

Oder nach einer anspruchsvollen Auffahrt festzustellen das der Weg in einem Pfad endet und die ganze Mannschaft wieder zurück musste. „So, wenden in 24 Zügen mit Einweisung.“

Da ging leider viel Zeit verloren. Inklusive Actioneinlagen.

 

 

Nach der Rückkehr gab es auch mal technischen Service, aber nichts Ernstes.

 

 

An diesem Tag hatten wir zuerst eine Asphaltanfahrt mit Abstechern in Sackwege bis der richtige Einstieg gefunden wurde. Das Navi war kaum eine Hilfe und die Karte unzureichend.

Das hat natürlich Zeit gekostet, deshalb erst mal eine Brotzeit bevor wir zu einer der schönsten Touren antraten.

 

 

 

Unsere Reisegruppe

 

 

Der Ausblick ist toll, die Strecke anspruchsvoll, manchmal verdammt eng und selbst die alten Hasen wurden manchmal übermütig.

 

 

 

 

 

 

Was aber Dank Teamwork nur bei kleinen Dellen bleibt.

 

 

 

Foto Stop

 

Die Wege hatten immer wieder Überraschungen für uns parat.

 

 

Einmal mussten wir sogar Wegebau betreiben um weiter zu kommen.

 

 

Ein andermal die Spur freischneiden

 

 

Doch immer wieder waren die tollen Wege nur „oneway

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schade, die Herausforderung war zwar da, aber ein Rundkurs war selten.

 

 

Diese Passage war sogar nur mit 2 Rädern befahrbar

 

Glücklicherweise litt nur das Blech und nach einem physischen Tief kann Marius wieder lachen.

 

Alles in allem hatten wir reichlich Spaß auch wenn es dieses Jahr doch erhebliche Schäden gab. Die Unterkunft war okay, Jon umsorgte uns aufopfernd. Und - das Wetter hat doch noch gehalten.

Herzlichen Dank an Xperience Romania

 

 

Erich